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Mitteilungen aus früheren Jahren

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Sterben ist ein Teil des Lebens

Mainpost Schweinfurt 28.04.2019

Bei der Begleitung Sterbender kann man kaum etwas falsch machen, außer man mache gar nichts, sagt Barbara Rudolf, die Koordinatorin des Hospizverein Schweinfurt. "Gestorben wird immer, darüber gesprochen nicht." So steht es auf einer Karte des Deutschen Hospiz- und Palliativerbandes. Trotz wachsender Palliativversorgung, trotz vieler Hospizvereine, der Tod ist für die meisten Menschen noch immer ein Tabuthema.

Es ist halt ein sehr emotionales Thema und viele wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen", meint Birgit Häckner. Die Krankenschwester und Hospizbegleiterin bietet gemeinsam mit der Koordinatorin des Hospizvereins, der Palliativ Care Fachkraft Barbara Rudolf, den Kurs "Letzte Hilfe" an, um hier Abhilfe zu schaffen. Es gibt viel zu tun.

Durch ein Plakat sind die beiden auf dieses Angebot aufmerksam geworden und haben sich erst einmal informiert. "Der Titel klingt ja ein bisschen provokant", meint Rudolf, da könnte man ja auch auf falsche Gedanken kommen." Also besuchten sie zunächst selbst so einen vierstündigen Kurs, gemeinsam mit zwei 18-Jährigen, die sich einfach informieren wollten, einer 82-Jährigen, die wissen wollte, was auf sie zukommt, und anderen. "Wenn nichts mehr zu machen ist, dann gibt es noch viel zu tun", betont Häckner. Und was Angehörige, Freunde und Bekannte tun können, das vermittelt dieser Kurs.

Sie wollen die Sensibilität diesem Thema gegenüber fördern, Mut machen sich auf das Erlebnis Tod einzulassen. Was früher selbstverständlich war, dass der Tod zum Leben gehört, sei heute schwierig. "Der natürliche Umgang mit dem Tod ist abgerissen", stellt Häcker fest.Sie erinnert sich noch gut daran, wie die Oma zuhause gestorben ist und aufgebahrt war. Damals war sie drei Jahre alt. "66 Prozent der Menschen wünschen sich, zu Hause zu sterben, aber nicht einmal die Hälfte schafft es", weiß Rudolf.

Die erste Einheit des Kurses widmet sich genau diesem Thema. "Sterben ist ein Teil des Lebens", heißt sie. Beide erleben immer wieder, wie einsam das Sterben machen kann. Häckner erinnert sich an eine Frau, die ihr erklärte, seit ihr Mann gestorben sei, käme sie sich vor, als hätte sie Aussatz, jeder mache einen Bogen um sie. Rudolf denkt an die Aussage einer Schwerkranken, die meinte: "Der eigentliche Tod kann nicht mehr so schlimm sein, weil ich sozial schon tot bin."

Gutes Netzwerk von Unterstützern

Dabei, so betont Rudolf, könne man kaum etwas falsch machen, außer man mache gar nichts. Wer sich heute entscheidet, einen sterbenden Angehörigen zuhause zu begleiten, der könne auf ein gutes Netzwerk von Unterstützern zurückgreifen. Und sie macht deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit, im Leben mit Sterben und Tod konfrontiert zu sein, wesentlich größer ist, als auf der Straße erste Hilfe leisten zu müssen. Trotzdem haben fast alle einen Erste Hilfe Kurs, mit der Letzten Hilfe aber setzten sich die wenigstens auseinander.

Mit ihrem Kursangebot, das sich auch mit den Themen "vorsorgen und entscheiden, Leiden lindern und Abschied nehmen vom Leben" auseinandersetzt, will der Hospizverein der immer wieder aufflammenden Diskussion über eine Sterbehilfe auch bewusst eine Fürsorgekultur entgegensetzen, denn "wir sind die Sterbenden von morgen, das verbindet uns mit den Sterbenden von heute."

Der Kurs "Letzte Hilfe" findet am Samstag, 11. Mai, von 11 bis 15 Uhr im Schrotturm in Schweinfurt statt. Maximale Gruppengröße: 20 Teilnehmer. Anmeldung: Tel. 09721 5331150 oder E-Mail:

Autor: Ursula Lux

Spende für den Hospizverein Schweinfurt e.V.

BERGRHEINFELD (hof) Der diesjährige bundesweite „Tag des Friedhofs“ stand unter dem Motto „Raum für Erinnerung“ und wollte die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, als Ort der Trauerbewältigung, aber auch als Erholungs- und Lebensraum und als Ort der Begegnung den Menschen näher bringen.

Dazu fanden im Bergrheinfelder Friedhof Führungen und Veranstaltungen in der Aussegnungshalle statt, darunter ein Vortrag von Mainpostredakteur Dr. Herbert Scheuring zum Thema „Zeichen lebendiger Erinnerung“. Der Redakteur verzichtete auf sein Honorar und spendete dies. Die Gemeinde Bergrheinfeld spendete ebenfalls ihre Einnahmen vom „Tag des Friedhofes“, so dass die Summe von 400 Euro zusammen kam.

Diesen Betrag übergab Bürgermeister Ulrich Werner an den Hospizverein Schweinfurt, vertreten durch Susanne Ritzmann. Der Hospizverein bietet schwerstkranken Menschen und deren Angehörigen Beistand und Betreuung zu Hause, in Pflegeeinrichtungen und im Krankenhaus durch ehrenamtlich tätige Hospizbegleiter und Hospizbegleiterinnen.